Wie ein Lottogewinn das Leben ruinieren kann

In der heutigen Gesellschaft geben wir jeden Tag unser Bestes, genügend Mittel zum Überleben zu sichern. Geld haben wir nie genug – wir vergießen Blut, Schweiß und Tränen, um es zu verdienen, und bevor wir blinken ist es schon weg. So oft hören wir den Spruch, das Geld macht nicht glücklich; dennoch wünschen sich viele ein Wunder, das sie aus ihrem Alltagstrott holen würde – beispielsweise einen Lottogewinn. Geld haben ohne arbeiten zu müssen ist für viele ein Traum, aber bringt ein Lottogewinn wirklich Glück? Wir stellen Ihnen die Personen vor, die von der Kehrseite der Medaille erzählen.

Jane Park gewann die Lotterie gewonnen, als sie nur 17 Jahre alt war. Sie hat sich schnell davon überzeugt, dass alles Materielle keine Glücksquelle ist. Die Freude an ihrem neuen Range Rover ist schnell verflogen. Bald konnte sie nicht mehr sagen, wer ihre echten Freunde sind, und wer mit ihr nur wegen dem Geld befreundet ist. Sie berichtet außerdem, dass ihr Alltag nach diesem Gewinn viel stressiger wurde – aber niemand bemerkt das. Damit die Lotterie andere junge Leute nicht in ihren Bann zieht kämpft die nun 21-jährige Jane für ein höheres Mindestalter beim Spielen – die Grenze soll nämlich von 16 auf 18 Jahre erhöht werden.

Ein anderer Brite, Michael Carroll, hat in 2002 9,7 Millionen Pfund gewonnen. Zehn Jahre später ist das Geld verschmolzen und er arbeitete in einem Cookie-Geschäft in Schottland. Wie ist es dazu gekommen? Das ganze Geld hat Carroll auf Partys, Drogen und Prostituierte vergeudet – und hat nicht einmal versucht, das zu verstecken.

Einer der merkwürdigsten Fälle ist wohl der von Denise Rossi, die in 1996 1,3 Millionen Pfund gewonnen hatte. Sie hat sich nämlich entschieden, ihren Gewinn von ihrem damaligen Ehemann zu verheimlichen und hat einen Scheidungsantrag gestellt. Während des Prozesses blieb ihr Gewinn ein Geheimnis. Als es drei Jahre später preisgegeben wurde, musste sie das ganze Geld an ihren ehemaligen Ehemann auszahlen. Wie gewonnen, so zerronnen.

Jack Whittaker gewann im Jahr 2002 die unglaublichen 315 Millionen Dollar in einer Lotterie in West Virginia. Vier Jahre danach war das Geld schon wieder knapp, aber am Geld war Whittaker eh nicht mehr interessiert. Während dieser vier Jahre starben seine Tochter und seine Enkelin an Drogen und von sich selbst berichtet er, dass er zu einem Roboter ohne Herzen wurde. Seine Frau und er sagen, sie wünschten sich, dass sie das Ticket zerrissen hätten.

Abraham Shakespeare wurde im Jahr 2009 nach seinem Lottogewinn ermordet. DeeDee Moore, die erst nach seinem Gewinn zu seiner Freundin wurde, wurde für schuldig erklärt. Seine Freunde berichten, Shakespeare habe immer wiederholt, es wäre besser, wenn er pleite wäre. Am Ende hat ihn sein Gewinn das Leben gekostet.

Sandra Hayes gewann 224 Millionen Dollar in 2006. In ihrem Buch How Winning the Lottery Changed My Life berichtet sie, dass sie nicht mehr unterscheiden konnte, wer von ihr nur Geld wollte, und wer wirklich für sie da war. Das einzige, was ihr die Lotterie brachte, war großer emotionaler Schmerz.

Natürlich muss es nicht sofort bedeuten, dass ein Lotteriegewinn das Leben unbedingt zerstören wird, vielmehr müsste man lernen, mit diesem Geld sorgfältig umzugehen. Nichtsdestotrotz warnen alle Gewinner vor „falschen Freunden“ und berichten davon, dass sich die Grundwerte für sie verändert haben. Das wichtigste ist, dass man sich selber treu bleibt – allerdings schadet es nicht, die Augen weit zu öffnen.

 

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